Initiativen des Schumpeter-Zentrums zur Corona Pandemie

aktuelle und geplante Aktivitäten

Meldung vom: 17. April 2020, 14:30 Uhr

Aus dem Schumpeter-Zentrum gibt es einige Initiativen, die sich mit den politischen und ökonomischen Konsequenzen und politischen Fragen der Corona-Krise beschäftigen. Im Folgenden wollen wir einige davon vorstellen:

The Impact of the Coronavirus Pandemic on Global Knowledge Flows and Innovation Systems Inhalt einblenden

Research focusing on the innovative performance of a region/ state/ country has largely considered the regional/national boundaries and consequently utilized the concept of regional/ national systems of innovation to describe the underlying mechanisms leading to new inventions and ideas. This perspective has served society and economies well over the past decades as available resources (human capital, social capital, knowledge capital, entrepreneurship capital, etc.) of geographical agglomerations decisively affect innovation processes.

The current Coronavirus Pandemic yet clearly shows that such research approaches, being limited by regional/national boarders, may no longer be sufficient to tackle current and future challenges (e.g. climate change, use of oceans, etc.). Never before have so many vaccine researchers around the globe focused simultaneously on a single topic with nearly all other research grounded to a halt. As of now, hundreds of viral genome sequences have been identified and shared. More than 200 clinical trials have been launched, bringing together hospitals and laboratories worldwide, leading to an unprecedented level of international cross-border collaborations. Led by the example of the scientific community’s response to Covid 19, we claim that a broader concept of innovation systems is needed that takes account of the increasing global cross-linkages and interconnections between nations. We thus call for a “Global Systems of Innovation” approach.

This research project will focus on the antecedents and consequences of global systems of innovation in the context of the current Coronavirus Pandemic, which can be a considered as an exogenous shock to international research collaboration patterns, and beyond. The results of this research might yield at least one solution to cope with current problems that affect nations worldwide simultaneously (e.g. climate change, use of oceans, and many others of the sustainable development goals).

involved scientists:

Matthias Menter
Martin Kalthausen
Susann Schäfer
Maximilian Göthneren
Sebastian Händschke
Alexander Goebel
Uwe Cantneren

Wissenstransfer im Kontext der Corona-Pandemie Inhalt einblenden
Beziehungsweisen. Neuaushandlungen sozialräumlicher Distanz- und Näheverhältnisse in ihren Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt während und nach der Corona-Krise Inhalt einblenden

In einem interdisziplinären Vorhaben sollen die Auswirkungen der veränderten Ausgestaltungen von interkulturellen, interpersonalen und sozialen Beziehungen in verschiedenen sozialen Milieus, öffentlichen Räumen und regionalen Kontexten in den Blick genommen werden. Derzeit verbinden sich im Vorhaben kommunikationspsychologische, religionspädagogische sowie wirtschafts- und sozialgeographische Perspektiven, die auf verschiedenen Maßstabsebenen ansetzen, um entsprechende soziale Auswirkungen zunächst für Thüringen zu diskutieren. Das Vorhaben befindet sich in der Ideenphase und ist offen für weitere Beteiligungen.

beteiligte Wissenschaftler

Simon Runkel
Sebastian Henn
Stefan Strohschneider
Michael Wermke

Corona Pandemie und Entrepreneurship Inhalt einblenden

Fragestellungen:

  1. Mit welchen Maßnahmen kann und sollte man Unternehmen, insbesondere Kleinunternehmern, bei der Bewältigung der Krise unterstützen? Sind solche Maßnahmen könnten auch jenseits der Krise sinnvoll sein?
  2. Was kann die Politik tun um Entrepreneurship für die Bewältigung der Krise und ihrer Nachwirkungen zu nutzen?
  3. Wie wirkt die Krise auf das Niveau von unternehmerischer Selbständigkeit, (z.B. die Bereitschaft zur Unternehmensgründung)?

beteiligte Wissenschaftler
Michael Fritsch
Michael Wyrwich
Maria Kristalova
Sabine Awe (TMWWDG)

Effizienz und Resilienz – Was können wir aus Krisen lernen? Inhalt einblenden

In stabilen Umwelten empfiehlt sich aus ökonomischer Sicht die Steuerung der gesellschaftlichen Teil-Systeme, wie Wirtschaft, Gesundheitswesen, Bildungswesen u.v.a.m., durch eine Fokussierung auf das Kriterium der Effizienz. Bei unerwarteten und starken Umweltveränderungen (Turbulenzen) erweisen sich diese Systeme jedoch als krisenanfällig, weil notwendige Slack-Ressourcen (Puffer, flexible Einsatzfaktoren) nicht (mehr) zur Verfügung stehen, um auf die Krise (angemessen) zu reagieren. Im Extremfall kollabieren in der Folge aufgrund einer zu geringen Widerstandskraft (Resilienz) einzelne Teilsysteme oder das Gesamtsystem. Wir wollen diskutieren, ob und wie eine Steuerung (gesellschaftlicher Teilsysteme) durch eine gleichzeitige Orientierung an den Kriterien Effizienz und Resilienz gelingen kann.

beteiligte Wissenschaftler
Daniela Gröschke
Peter Walgenbach

corona crisis and global health governance Inhalt einblenden

Die gute Gesundheit der Bevölkerung liegt wohl im Interesse der meisten Regierungen. Da öffentliche Gesundheit nicht an Staatsgrenzen aufhört, sind neben der nationalen auch auf internationaler Ebene Institutionen entstanden, die für öffentliche Gesundheit verantwortlich sind. Durch die durch Covid-19 ausgelöst Pandemie ist die internationale Gesundheits-Governance vor große Herausforderungen gestellt worden.

Durch zeitliche Unterschiede in der örtlichen Verbreitung des Virus, aber möglicherweise auch durch unterschiedliche politische Organisation der Verantwortlichkeiten und politischen Reaktionen waren große Unterschiede in den Herangehensweisen bei den Maßnahmen zur Eindämmung einer Viruspandemie zu beobachten.

In diesem Forschungsprojekt sollen die politischen Maßnahmen der verschiedenen politischen Akteure eingeordnet werden, um festzustellen, welche Rolle die jeweiligen politischen Ebenen (national/regional/global) übernommen haben/übernehmen können. Wie waren Verantwortlichkeiten aufgeteilt und wie wurden sie tatsächlich umgesetzt? Welche Kapazitäten hatten jeweilige Institutionen, um auf die aufkommende Krise zu reagieren? Wie ist die Rolle der WHO zu bewerten? Politische Akteure sind dabei mitunter durch Verträge und Vorgaben auf anderen politischen Ebenen in ihrem Handlungsspielraum begrenzt.

Gerade die Verträge der Europäischen Union üben einen starken Einfluss auf die Mitgliedsstaaten aus. Teil diese Verträge ist auch die Etablierung und Einhaltung der Regeln des Einheitlichen Binnenmarktes und darüber hinaus die Abschaffung der internen Grenzkontrollen im Schengenraum. Vor Zuspitzung der Krise in der EU waren vor allem nationale Regierungen die Akteure, die akut Maßnahmen eingeführt und umgesetzt haben. Es bleibt zu untersuchen, inwiefern die politischen Maßnahmen einzelner Mitgliedstaaten in Einklang mit den Regeln der Gemeinschaft zu bringen sind. War gegebenenfalls ein Bruch der Regeln in dieser Situation zu rechtfertigen? Es ist außerdem zu untersuchen, ob die EU in dieser Situation nicht schnell genug reagiert hat oder nicht die Kapazitäten hatte, dies zu tun.

Es bleibt abzuwarten, welchen Einfluss die Krise auf globale Governance-Strukturen und das institutionelle Gefüge haben wird und wie politische Kompetenzen möglicherweise neu verteilt werden (müssen). Populistische, nationalistische oder globalisierungskritische Akteure könnten versuchen die Krise zu nutzen, um mögliche Defizite bei der Flexibilität und schnellen Entscheidungsfindung in internationalen Institutionen zu betonen. Gerade im Kontext der EU wäre zu untersuchen, welchen Einfluss dies auf den weiteren Integrationsprozess und die „Europäische Idee“ als solche haben wird. Kann sich die Krise zu einem Auslöser einer erneuten Phase der Eurosklerose wie zum Ende der 1970er- und zu Beginn der 1980er-Jahre entwickeln? Bisher sind populistische Stimmen eher zurückhaltend geblieben oder waren damit beschäftigt, die Krise als solche herunterzuspielen, als sich an den politischen GegnerInnen abzuarbeiten.

Beteiligte Wissenschaftler:
Sebastian Schuhmann

Regionale Implikationen der Rekonfiguration globaler Wertschöpfungsketten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie Inhalt einblenden

Als Ergebnis politischer Erwägungen, sich dynamisch verändernder Unternehmensstrategien, diverser Ausfälle in der Produktion und Logistik sowie veränderter Wettbewerbsbedingungen vollzieht sich derzeit mit hoher Geschwindigkeit eine von der Öffentlichkeit bislang weitgehend unbemerkte Rekonfiguration etablierter Wertschöpfungsketten – mit bis dato völlig unbekannten Auswirkungen für die beteiligten Unternehmen, ihre Beschäftigten und die betreffenden Standorte. Dieses Forschungsprojekt hat sich vor diesem Hintergrund zum Ziel gesetzt, die durch die Corona-Pandemie bewirkten Wertschöpfungsdynamiken systematisch zu erfassen, zu beschreiben und in ihren mittel- bis langfristigen regionalen Wirkungen zu analysieren. Den Auftakt hierzu stellt die Auseinandersetzung mit der Pharma- und Medizintechnikbranche in Deutschland dar.

weitere Informationen

Beteiligte Wissenschaftler:
Sebastian Henn
Christopher Roitzsch

The Role of Stakeholder Management during Corona Crisis – Wer sichert die Existenz von Organisationen und ihrer Umwelt während einer globalen Pandemie? Inhalt einblenden

Die Debatte um die gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen hat sich nicht nur in den letzten Jahren auf Grund ökologischer, ökonomischer und sozialer Fragen neu ausgerichtet. Durch die Corona-Krise geraten gesellschaftliche Belange zur Pflichtaufgabe von Organisationen. Dennoch gibt es starke länderspezifische Unterschiede, wie Unternehmen ihre soziale Verantwortung interpretieren und umsetzen. Ist es „nur“ Aufgabe von Organisationen ihr eigenes Überleben zu sichern? Gibt es ein unterschiedliches Verständnis von gesellschaftlicher Verantwortung in verschieden Marktwirtschaftssystemen? Gibt es institutionelle Rahmenbedingungen, die Organisationen per se „besser“ in das Gesellschaftssystem einbetten oder greift dieser Ansatz zu kurz?

Die Stakeholder Theorie als einer der populärsten Ansätze des strategischen Managements liefert einen praktischen und ethisch vertretbaren Weg, wie sich Organisationen in turbulenten sowie hochkomplexen Umwelten managen lassen. Stakeholder deren Interessen in der Entscheidungsfindung von Organisationen beachtet werden, neigen dazu, sich mit positiven Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber der Organisation erkenntlich zu zeigen. Dies zeigt sich zum einen in einem möglichen Austausch wertvoller Informationen, dem Kauf von Produkten oder Dienstleistungen, Gewährung von finanziellen Anreizen (wie z.B. Steuererleichterungen), der Bereitstellung von liquiden Finanzmitteln oder einem (teilweise) Verzicht von Entlohnung durch Mitarbeiter. Organisationen die ihre Ziele mit den Interessen ihrer Anspruchsgruppen vereinbaren können, weisen einen höheren Grad an strategischer Flexibilität auf, als Konkurrenten, die Interessenvertreter*innen außen vor lassen.

Im „Varieties of Capitalism“ - Ansatz bildet das einzelne Unternehmen den Ausgangspunkt. Es wird unterschieden, wie verschiedene Kapitalismusausprägungen das wirtschaftliche Geschehen der einzelnen Akteure koordinieren. Demnach können Hierarchien, Marktbeziehungen, Kooperationen, Teilhabe etc., danach unterschieden werden, in welche Rahmenbedingungen Organisationen eingebettet sind – im Wesentlichen liberale Marktwirtschaften (LME) oder koordinierte Marktwirtschaften (CME). Diese Wirtschaftssysteme sind auf Grund der Komplementarität der Institutionen relativ stabil. Dies bedeutet, dass die Effizienz von einer Institution durch weitere beeinflusst wird. Geraten nun mehrere Institutionen durch die Corona Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten, führt dies zu einer zunehmenden Instabilität des jeweiligen Marktsystems.

Das Ziel ist eine Wechselbeziehung herauszustellen, wie zentrale institutionelle Differenzen unterschiedlicher Kapitalismusmodelle (VoC) dazu führen, dass Anspruchsgruppen mit ihren Interessen zum Überleben von Organisationen beitragen und inwiefern diese überhaupt Anklang in der Entscheidungsfindung der Organisation finden.

Hierfür sollen vorwiegend Organisationen betrachtet werden, die – systemisch betrachtet – nicht ausschließlich dem gesellschaftlichen Teilsystem Wirtschaft zuzuordnen sind, sondern neben einer gewissen ökonomischen Bedeutung vor allem einen hohen Stellenwert im Gesundheits-, Bildungs- oder Kultursystem aufweisen. Diese bezeichnen wir als Organisationen des öffentlichen Interesses, da sie besonderer staatlicher Kontrolle und Regulierung unterliegen. Der Staat hat ein öffentliches Interesse daran, dass das Eigentum nicht im Interesse einiger weniger Eigentümer*innen, sondern im Interesse der Allgemeinheit bzw. aller Bürger*innen genutzt wird.

Zur Umsetzung dieses Forschungsvorhaben planen wir eine Medienanalyse der Öffentlichkeitsarbeit von Fußballclubs der ersten deutschen und englischen Liga sowie deren Dachverbände und Spielerzusammenschlüsse. Des Weiteren sollen mediale Äußerungen von Fanclubs und journalistische Beiträge nach ihrem Stellenwert im Diskurs kritisch analysiert werden.

Beteiligte Wissenschaftler:

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